21.11.2014

Kriterienkatalog: Was kennzeichnet (Hass- u. Hetz-)Propagandavideos?


Das Neue Potsdamer Toleranzedikt e.V. hat die Kampagne "Die Erben der Rose"(unter dem Motto: Stoppt Hass-Propaganda! Erst prüfen, dann teilen") gestartet - die bundesweit erste Kampagne gegen die Verbreitung von Hass-Propaganda in den sozialen Netzwerken. Unterstütz von einer Vielzahl an PolitikerInnen und gefördert u.a. durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, möchte sie Nutzer von Facebook & Co. auffordern, "sich nicht zum Handlanger viraler Hetze im Netz machen zu lassen."

Für den Webauftritt, der auch Fallbeispiele bietet, habe ich einen kommentierten Merkmalskatalog erstellt, der in entsprechend redaktionell bearbeiteter Form unter der Rubrik "Was ist Hass-Propaganda?" zu finden ist. Relevant ist dieser natürlich auch für jegliche Form der filmischen Propganda, auch die außerhalb des Netzes.

Den ausführlichen kommentierten Text dazu, der einen Überblick wie auch eine Handreichung für eine systematische Untersuchung darstellen soll, finden Sie mit freundlicher Erlaubnis des Neuen Potsdamer Toleranzedikts e.V. HIER als pdf-Datei zum Herunterladen. Der Text darf unter Nennung der Quelle und des Autors sowie mit Hinweis auf die Kampagne „Die Erben der Rose“ (www.stoppt-hasspropagand.de) ohne Änderung für nichtkommerzielle Zwecke ganz oder in Auszügen weiterverbreitet werden.

(zyw)

17.11.2014

Tipp: "Benutzerfreundliche Grausamkeit" (DRadio Kultur)

Erneut wurde eine US-Geisel des IS enthauptet, wieder gibt es ein Video dazu. Und einmal mehr wird u.a. in den Web-Kommentaren gefragt (bzw. großmundig selbst die Antwort geliefert): Macht man sich nicht mit den Propagandisten gemein, wenn man darüber berichtet? Sind wir nicht "irgendwie" mitschuldig daran, weil wir all die ästhetischen Möglichkeiten u. Standards (Inszenierung "wie in Hollywood"), überhaupt ja auch das Internet geliefert haben?
 

Zeit, den 7-minütigen Breitband-Beitrag (DRadio Kultur) mit dem provokanten Titel Benutzerfreundliche Grausamkeit. Die medialen Aktivitäten des Islamischen Staat anzuhören, in dem Schriftsteller Clemens J. Setz, der sich in seinem ZEIT-Artikel "Das grelle Herz der Finsternis" (Nr. 40/2014) im September mit der IS-Webpropaganda befasste, dazu klar Stellung bezieht. Auch was die westliche Intellektuellen-Lust an Selbstbezichtigungen anbelangt.

20.10.2014

Doku-TIPP: MEIN BRUDER DER ISLAMIST (2011) und TERRORIST (2014)


Dokumentarist Robb Leech erfuhr 2009, dass sein Stiefbruder Richard Dart zum Islam konvertiert war und sich der heute verbotenen „Islam4UK“-Gruppe angeschlossen hatte. Mit der Kamera versuchte Leech daraufhin, diese Entscheidung zu verstehen und einen Einblick in die Welt der Fundamentalisten zu erhalten. Das Ergebnis war die 2011 der ausgestrahlte Doku MY BROTHER THE ISLAMIST. Zwei Jahre später gab BBC Three eine Fortsetzung in Auftrag – MY BROTHER THE TERRORIST (nicht zu verwechseln mit dem mazedonischen Film KAKO UBI SVETEC von Teona Strugar Mitevska aus dem Jahr 2003). Denn Dart alias Salahuddin war 2013 wegen Vorbereitung einer terroristischen Tat zu sechs Jahren Haft verurteilt worden: Zusammen mit Imran Mahmood und Jahangir Alom war er nach Pakistan gereist, um sich dort zwischen Juli 2010 und Juli 2012 ausbilden zu lassen. Kurz nach ihrer Rückkehr vor den Olympischen Spielen 2012 wurden die drei verhaftet.

Leech (r.) u. Salahuddin (Quelle: ZDF)

Leechs beide privatmotivierte Exkursionen nach „Londonistan“ als Zeugnisse einer speziellen Suchbewegung (inklusive Interview mit Extremisten-Führer Anjem Choudary) liefen nun in der deutschen Fassung (MEIN BRUDER, DER ISLAMIST und MEIN BRUDER, DER TERRORIST, je ca. 45 Minuten) am 15.10. auf ZDFinfo – und sind entsprechend noch HIER samt weiteren Informationen zu finden bzw. anzusehen.

zyw